SBV-Konferenz 2026

Am Mittwoch, 8. Juli 2026, fand die SBV-Konferenz statt: Die Fortbildungsveranstaltung für Vertrauenspersonen für Menschen mit Behinderungen (SBV) sowie Mitglieder von Betriebs- und Personalräten stand 2026 unter dem Motto „Ein inklusives Betriebsklima als Chance!“. 

© Leonie Epp

DieExterner Link: renommierte Fortbildungsveranstaltung des Sozialverbands VdK Baden-Württemberg e.V. hat das Ziel, Menschen bei ihrer Arbeit im Bereich der betrieblichen Inklusion zu unterstützen.

Unter dem Motto „Ein inklusives Betriebsklima als Chance!“ rückte die SBVkurz fürSchwerbehindertenvertretung-Konferenz 2026 aktuelle sozialpolitische Entwicklungen und konkrete Handlungsmöglichkeiten in den Mittelpunkt. Ein Schwerpunkt lag hierbei auf dem Kündigungsschutz und den Beteiligungsrechten der SBVkurz fürSchwerbehindertenvertretung in wirtschaftlich schwierigen Zeiten. Auch strategische Ansätze zur nachhaltigen Implementierung von Inklusion standen im Fokus. 

Rund um die Fortbildung fand im Foyer der Harmonie außerdem eine begleitende Gesundheits- und Rehamesse statt. Sie öffnete bereits ab 8:30 Uhr.

Schulungsprogramm 2026

9:30 Uhr: Begrüßung & Podiumsgespräch

Begrüßung

Kimsy von Reischach, Moderatorin und Journalistin

Grußwort

Leonie Schuler, Ministerium für Soziales, Arbeit & Gesundheit, Referat 32 – Menschen mit Behinderungen

Politischer Appell

Kathrin Schröder, VdK-Landesobfrau für Menschen mit Behinderungen

Podiumsgespräch

Roger Hahn, VdK-Landesobmann für Schwerbehinderten-Vertrauensleute
Kimsy von Reischach, Moderatorin und Journalistin

Aktuelles aus der Sozialpolitik: Im Fokus des Podiumsgesprächs stehen die arbeitsmarktbezogenen Maßnahmen des Landesaktionsplans zur Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention. Zum Beispiel die Erhöhung der Beschäftigungsquote in der Landesverwaltung (inklusive Stellenpool), die stärkere Integration in den allgemeinen Arbeitsmarkt – etwa durch bessere Berufsorientierung und Ausbildung – sowie der Ausbau von Alternativen zur Werkstattbeschäftigung.

10:00 Uhr: Stellenabbau – Kündigungsschutz für Menschen mit Behinderungen und die Rechte der SBV

© Leonie Epp

Franz X. Wallner, Fachanwalt für Arbeitsrecht, Bank und Kapitalmarktrecht

Die Zeiten werden schlechter, das Gespenst des Beschäftigungsrückgangs auch in großen Unternehmen geht um. Der Schutz schwerbehinderter Menschen beim Stellenabbau ist beschränkt: Betriebsbedingten Kündigungen muss das Integrationsamt unter den Voraussetzungen des § 172 SGBkurz fürSozialgesetzbuch IX zustimmen. Umso wichtiger sind Kenntnisse der Schwerbehindertenvertretung über die gesetzlichen Möglichkeiten, die Kündigung schwerbehinderter Menschen zu erschweren.

11:15 Uhr: Aus der Praxis – Die präventiven Aufgaben der SBV bei betriebsbedingten Schwierigkeiten

© Rebecca Schwarz

Nicolas Bauer, Gewerkschaftssekretär IG Metall

Transformation und wirtschaftlicher Druck führen in vielen Betrieben zu Personalabbau – mit doppelten Folgen für Menschen mit Behinderung: weniger Pflichtarbeitsplätze und sinkende Ausgleichsabgaben. Der Vortrag zeigt praxisnah, wie betriebsbedingte Maßnahmen auch schwerbehinderte Beschäftigte treffen und wie SBVkurz fürSchwerbehindertenvertretung-VertreterInnen sich wirksam in Verhandlungen einbringen können. Vorgestellt werden aktuelle Ansätze der IG Metall zur Sicherung von Industriearbeitsplätzen.

13:30 Uhr: Aktionspläne und Co – Wie Inklusion nachhaltig implementiert werden kann

© Rebecca Schwarz

Astrid Hadem, UnternehmensForum

Damit Inklusion nachhaltig in Unternehmen gelingt, braucht es mehr als gute Absichten: Astrid Hadem und Nadine Schönwald berichten aus der Praxis, wie Aktionspläne und Inklusionsvereinbarungen die strategische Verankerung auf Führungsebene stärken, verbindliche Ziele festlegen und eine kontinuierliche Sensibilisierung fördern – und wie Inklusion so als fortlaufender Entwicklungsprozess verstanden wird, nicht als einmaliges Projekt.

14:30 Uhr: KI - Chancen und Risiken für die Teilhabe von Menschen mit Behinderungen (KEYNOTE)

© Rebecca Schwarz

Klaus Honold und Kevin Pakula, Wissenschaftliche Mitarbeiter am Kompetenzzentrum für Digitale Barrierefreiheit, Hochschule der Medien, Stuttgart

In dieser Keynote wird KI im Kontext der Teilhabe von Menschen mit Behinderungen beleuchtet: Es wird gezeigt, welche Anwendungen und assistiven Technologien eingesetzt werden können, wer davon profitieren kann – und an welchen Stellen kritisch hingeschaut werden sollte. 

Es werden Einsatzfolgen und Fragen der Digitalethik behandelt, etwa Bias, Privatsphäre, Fehleranfälligkeit und soziale Akzeptanz. Zudem werden praktische Tipps und mögliche Anwendungsfälle vorgestellt. Abschließend wird ein Ausblick auf Veränderungen in Gesellschaft, Arbeitswelt sowie im Umgang mit Umwelt und Technik gegeben.

© Rebecca Schwarz