Kategorie Gesundheit Reha

Durch die Reha zurück in ein selbstbestimmtes Leben

Von: Rebecca Schwarz

Die medizinische Rehabilitation umfasst viele Bausteine: Von der physikalischen Therapie über die Ergo – oder Physiotherapie bis hin zur Logopädie – welche Maßnahmen zum Einsatz kommen, hängt ganz vom Ziel der Rehabilitation ab. Doch eine moderne Rehabilitation beinhaltet auch pädagogische und soziale Bausteine. Denn für den Erhalt der Gesundheit ist Stressreduktion ebenso wichtig wie die eigene Gesundheitsbildung.

Mann mittleren Alters trainiert seine Mobilität, eine Physiotherapeutin unterstützt ihn.
Eine medizinische Reha umfasst zum Beispiel Krafttraining und Mobilisation. © iStock.com/NicolaKatie

Das Wort „Rehabilitation“ kommt aus dem Lateinischen und bedeutet Wiederherstellung. Dabei soll die Rehabilitation – kurz: „Reha“ – den Patientinnen und Patienten dabei helfen, die Folgen einer Erkrankung oder eines Unfalls besser bewältigen zu können und dadurch im Alltag möglichst gut zurechtzukommen. Dadurch soll eine dauerhafte Beeinträchtigung oder Pflegebedürftigkeit vermieden und die Lebensqualität wieder verbessert werden. Zum Einsatz kommen verschiedene medizinische, therapeutische, pädagogische, berufliche sowie auch soziale Maßnahmen.

Alle Bausteine der medizinischen Reha

Medizinische Therapie

In der Reha erfolgt ein ganzheitlicher Blick auf den Rehabilitanden: Verschiedene medizinische Experten sind involviert und bilden gemeinsam ein Team aus verschiedenen Fachrichtungen. Sie besprechen zusammen die wirksamsten Maßnahmen zur Behandlung der Patientin beziehungsweise des Patienten.

Die medizinische Versorgung umfasst nicht nur die medikamentöse Behandlung – die Therapie unterstützt außerdem beim richtigen Umgang mit einer bestehenden Erkrankung und hilft somit bei der Krankheitsbewältigung.

Stressabbau

Stress und Anspannung sind ein enormes Gesundheitsrisiko. Die Auswirkungen beeinträchtigen den Körper sowohl physisch als auch psychisch. Deswegen ist es umso wichtiger, in der Reha verschiedene Formen des Stressabbaus kennenzulernen, um für sich selbst die beste Methode zu finden – zum Beispiel autogenes Training, Yoga, Tanz-, Klang- oder auch Waldtherapie. 

Gesundheitsbildung

Schulungen mit Vorträgen und Seminaren sind ein elementarer Baustein der Reha. Die Rehabilitanden lernen den richtigen Umgang mit ihrer Erkrankung sowie vorbeugende Maßnahmen kennen, zum Beispiel durch eine auf die Erkrankung abgestimmte Ernährung. Denn eine gesunde Ernährung fördert den Erhalt und die Wiederherstellung der Gesundheit – vor allem langfristig! 

Die Schulungen stärken die Gesundheitskompetenz und die informierte Entscheidungsfähigkeit der Teilnehmenden.

Sport & Bewegung

Rehasport dient der Verbesserung der Koordination und Beweglichkeit durch den Aufbau von Kraft und Ausdauer – dies hilft bei fast allen Erkrankungen. In der Reha wird dabei für jeden Rehabilitanden ein individueller Therapieplan erstellt. Der Blick auf die eigene Leistungsfähigkeit und das eigene Tempo sind essenziell. Generell gilt: jeder in seinem eigenen Tempo! Auch hier können wieder verschiedene Therapien und Sportarten ausprobiert werden, um für sich selbst das richtige zu finden. 

Gymnastik, Krafttraining, Schwimmen, Bewegungsspiele oder auch gezieltes Funktionstraining sind zum Beispiel möglich. Wichtig ist außerdem, den Sport später im Alltag beizubehalten oder vielmehr diesen in den Alltag zu integrieren. Damit bleibt der Erfolg der Reha auch langfristig erhalten. Gerade nach einer Reha ist es wichtig, das Gelernte in den Alltag zu integrieren. Die Reha-Nachsorge kann hierbei helfen und ist wohnortnah möglich.  
 

Reha: Antrag und Kostenträger

Die Reisekosten, Unterkunft, Verpflegung sowie die ärztliche Betreuung mit allen therapeutischen Leistungen und medizinischen Anwendungen übernimmt der jeweilige Kostenträger – dort ist auch der Antrag für die Reha zu stellen. Wer die Kosten für eine Rehabilitation übernimmt, hängt vom Erwerbsstatus, der Art der Behandlung und der Dauer des Aufenthalts ab. Am häufigsten ist jedoch die Rentenversicherung oder die Krankenkasse zuständig.

  • Noch berufstätig: Rentenversicherung
  • In Rente: Krankenkasse
  • Bei Arbeits- und Berufsunfällen: Gesetzliche Unfallversicherung

Andere Kostenträger sind: die Bundesagentur für Arbeit, die Kriegsopferversorgung und Kriegsopferfürsorge, die Träger der öffentlichen Jugendhilfe und die Träger der (öffentlichen) Sozialhilfe. Abhängig vom Kostenträger und der Art des Aufenthalts (ambulant oder stationär) ist eine Kostenbeteiligung möglich. Diese beträgt maximal 10 Euro am Tag. 

Eine Reha ist in der Regel alle vier Jahre möglich. Wenn jedoch aus gesundheitlichen Gründen schon vor Ablauf dieser Frist ein dringender Bedarf besteht, kann die nächste Reha auch schon früher bewilligt werden. Weitere Infos gibt es beim zuständigen Kostenträger oder unter: Externer Link:www.service-bw.de