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Inklusionsbarometer 2025: Beschäftigungsquote auf Tiefststand

Die Zahlen aus dem aktuellen Inklusionsbarometer Arbeit der Aktion Mensch belegen: Die Arbeitsmarktlage von Menschen mit Behinderung verschlechtert sich im Jahr 2024 weiter. 

Ein Mann mit Down-Syndrom serviert einer Frau in einem Café, in dem er arbeitet, ein Brötchen.
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Die wirtschaftlichen Herausforderungen der jüngeren Vergangenheit hinterlassen auch bei der Arbeitsmarktsituation für Menschen mit Behinderung deutliche Spuren. Die Arbeitslosenquote unter Menschen mit Behinderung zog im Jahr 2024 an und lag bei fast zwölf Prozent – und damit rund doppelt so hoch, wie die allgemeine Arbeitslosenquote. Ebenso erhöhte sich die Zahl der Arbeitslosen mit Behinderung um nahezu sechs Prozent auf einen Externer Link:Jahresdurchschnitt von 175.236, teilte Aktion Mensch mit. 

Und der Scheitelpunkt ist damit längst nicht erreicht: Im Oktober 2025 waren bereits rund 185.400 Menschen mit Behinderung ohne Anstellung, knapp fünf Prozent mehr als im entsprechenden Vorjahresmonat. „Der Missstand verfestigt sich weiter. Wir sehen uns mit einem drastischen Rückschlag für die Inklusion auf dem Arbeitsmarkt konfrontiert“, sagt Christina Marx, Sprecherin der Aktion Mensch. „Es ist zu befürchten, dass es viele Jahre dauern und massive Anstrengungen erfordern wird, um diese Krise zu überwinden.“ Denn: Menschen mit Behinderung finden deutlich schwerer aus der Arbeitslosigkeit wieder heraus. Ihre Abgangsrate aus der Arbeitslosigkeit sank im Jahr 2024 auf unter drei Prozent, während sie bei Menschen ohne Behinderung bei über sechs Prozent verblieb. 

Auch die gesamtwirtschaftliche Beschäftigungsquote von Menschen mit Behinderung spiegelt die besorgniserregende Lage wider: Der Abstand zum vorgeschriebenen Fünf-Prozent-Anteil hat sich 2024 erneut vergrößert: Mit 4,4 Prozent sank die Quote auf den niedrigsten Stand seit der ersten Ausgabe des Inklusionsbarometers im Jahr 2013. 

Konkret bedeutet dies: Jedes vierte Unternehmen, das aufgrund der Zahl seiner Mitarbeiter dazu verpflichtet wäre, beschäftigt gar keinen Menschen mit Behinderung. Weitere 35 Prozent tun dies zwar, erfüllen aber die Fünf-Prozent-Quote nicht.