Silberne Ehrenmedaille für Ulrich von Kirchbach
Als Kultur- und Sozialbürgermeister hatte Ulrich von Kirchbach immer ein offenes Ohr für die Menschen. Nach 24 Jahren ging er nun Anfang des Jahres in den wohlverdienten Ruhestand. Der Sozialverband VdK Bezirksverband Südbaden traf sich am Mittwoch, 29. April, mit ihm: Neben der Würdigung seiner Verdienste standen die enge Zusammenarbeit mit der Stadt sowie die wachsenden Herausforderungen im Ehrenamt im Fokus.
Würdigung für Engagement als Kultur- und Sozialbürgermeister von Freiburg
Werner Widmann, Vorsitzender des VdK-Kreisverbandes Freiburg, hatte sich ganz besonders für die Ehrung Ulrich von Kirchbachs eingesetzt. Denn er habe stets ein offenes Ohr für die Anliegen der Menschen gehabt – sowohl in seiner Funktion als Bürgermeister als auch darüber hinaus.
Die Auszeichnung mit der silbernen Ehrenmedaille des VdK-Landesverbandes sei ein sichtbares Zeichen des Dankes für seinen langjährigen Einsatz für die Bürgerinnen und Bürger der Stadt Freiburg sowie für den Sozialverband VdK. Diesem gehören allein in Freiburg über 3.000 Mitglieder an.
Widmann würdigte insbesondere Ulrich von Kirchbachs nahbare und unkomplizierte Art. Dieser zeigte sich sichtlich gerührt und betonte die Vielschichtigkeit seines früheren Amtes: „Man kann das Amt nicht an der Garderobe ablegen.“ Generell sei die Arbeit als Kultur- und Sozialbürgermeister, gerade in einer Stadt wie Freiburg, sehr vielschichtig. Ein guter Draht zu sozialen und kulturellen Einrichtungen sei zudem Voraussetzung für ein gutes Gelingen.
An dem Treffen in der VdK-Beratungsstelle in Freiburg nahm auch Ulrich von Kirchbachs Nachfolger Roland Meder teil. Er war bereits viele Jahre in Kirchbachs Umfeld tätig und kennt dadurch auch die Herausforderungen des Amtes. Zugleich machte er deutlich, dass er die außergewöhnliche Präsenz seines Vorgängers nicht in gleicher Weise fortführen könne. „Das ist eine Lebensleistung“, sagte Meder anerkennend.
Meder bringt auch persönliche Erfahrungen in den Themen des Sozialverbandes VdK mit: Durch den Pflegebedarf seiner Mutter habe er einen direkten Bezug. Gerade in Zeiten knapper Kassen sei ihm bewusst, wie wichtig hier ein starker Partner sei. Denn an Kultur und Sozialem werde immer zuerst gespart. Der Sozialverband VdK biete hier Sicherheit und Unterstützung. Für die Zukunft kündigte er an, als Ansprechpartner zur Verfügung zu stehen – und plädierte für pragmatische Wege der Kommunikation: Ein Anruf sei oft hilfreicher als ein Schriftwechsel. Neben der Ehrung stand vor allem die zunehmende Belastung des Ehrenamts im Mittelpunkt des Treffens.
Ehrenamt am Limit
Bezirksvorsitzender Ernst Schilling verwies darauf, dass viele Rathäuser personell schwächer aufgestellt seien als früher. Aufgaben, die einst dort angesiedelt waren, würden zunehmend von Ehrenamtlichen übernommen. Klaus-Martin Weih, Geschäftsführer des VdK-Bezirksverbandes Südbaden, bestätigte diese Entwicklung: Behörden und Institutionen wie Krankenkassen, Kommunen oder die Rentenversicherung verwiesen Ratsuchende immer häufiger an den Sozialverband VdK. Dort stoße man inzwischen sowohl im Haupt- als auch im Ehrenamt an die Kapazitätsgrenzen.
Auch Werner Widmann unterstrich, dass die Beratungsarbeit zunehmend ins Ehrenamt verlagert werde. Gleichzeitig wachse die Erwartungshaltung der Menschen. Dabei seien die Kommunen laut Sozialgesetzbuch weiterhin verpflichtet, zentrale Aufgaben wie die Annahme von Rentenanträgen und die Beratung zur Sozialversicherung sicherzustellen.
Marlene Foser-Oberle, Frauenvertreterin beim VdK-Kreisverband Freiburg und selbst ehrenamtliche Versichertenberaterin der Rentenversicherung, betonte: „Die Belastungsgrenze ist erreicht!“ Das Ehrenamt fange immer weiter auf, was die Behörden nicht länger anbieten – ohne diese entstünde eine enorme Lücke. „Diese Lücke füllt jetzt das Ehrenamt“, gab sie zu bedenken.
Der Sozialverband VdK appellierte daher an den neuen Sozialbürgermeister, die persönliche Präsenz und Bürgernähe der Verwaltung aufrechtzuerhalten. Nicht alles könne digital oder online abgewickelt werden – viele Menschen seien weiterhin auf direkte Ansprechpartner angewiesen.