Unser VdK-Ausflug ins Hohenloher Land - ein Tag wie Urlaub
Veranstaltungsinformationen
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Der VdK-Ortsverband Untergruppenbach hat zu einem zwanglosen Halbtagesausflug ins Hohenlohische Land eingeladen, der Kultur, Natur und Geschichte auf erstaunliche Weise verbinden soll.
Dieser Ausflug versprach also nicht nur Landschaft und gutes Essen, sondern auch eine spannende Reise durch die Jahrhunderte und regionale Geschichten, die man so schnell nicht vergisst. Wir freuten uns auf einen erlebnisreichen Tag mit interessanten Eindrücken und netter Gemeinschaft! Liebe Leserin, lieber Leser fahren Sie doch in Gedanken mit uns mit!
Das Wetter weiß noch nicht so recht, wie es werden soll. Wir sind optimistisch und hoffen auf Sonnenschein. Unser neuer Vorsitzender Ladi Toth begrüßt in seiner humorvollen Art die 45 VdK-Mitglieder und Gäste. Er erzählt uns Geschichten über den Charakter der Menschen, die in Hohenlohe leben. Wir erfahren, dass sie nicht sparen sondern nur lieber das Geld für sich behalten. Alle sind gut gelaunt und voller Erwartung, wie uns der Tag überraschen wird.
Los geht es mit der Fahrt nach Sindringen. Unser Fahrer Ricky steuert den Bus nicht über die Autobahn, sondern gemütlich über Landstraßen, was uns immer wieder schöne Einblicke in die Landschaft schenkt. Auf den Äckern -so informiert unser Reiseführer Ladi Toth augenzwinkernd - wächst die hohenlohische Bauernschläue. Sindringen ist ein malerisches Städtchen am rechten Ufer des Kochers. Schon beim Anblick des mittelalterlichen Stadtbildes und der teilweise erhaltenen Stadtmauer spüren wir die lange Geschichte des Ortes. Hier hinterließen bereits vor Beginn unserer Zeitrechnung verschiedene Völker ihre Spuren: Kelten, Römer, Alemannen und Franken – eine wahre Zeitreise durch die Jahrhunderte.
Zum Mittagessen kehren wir im familiengeführten Landgasthaus „Die Krone am Fluss“ ein. Die idyllische Lage im Kochertal bietet eine besondere Atmosphäre und die köstliche regionale Küche verwöhnt uns mit Spezialitäten - ein echtes Geschmackserlebnis! Genau das Richtige, um gestärkt den weiteren Ausflug zu genießen.
Kloster Schöntal
Die Fahrt führt uns durch das tief in die Natur eingeschnittene Jagsttal zum Kloster Schöntal. Die Klosteranlage ragt in einer Flussschleife majestätisch aus der Landschaft heraus, beeindruckt mit ihrer gut erhaltenen Bausubstanz und dem weitläufig ummauerten Areal. Gegründet wurde das Kloster im 12. Jahrhundert als Zisterzienserabtei. Die barocke Kirche prägt mit ihren mächtigen Mauern das gesamte Dorf Schöntal. Dieser geschichtsträchtige Ort ist uns ein Besuch wert. Was interessieren uns da ein paar Regentropfen! Obgleich die steinernen Zeitzeugen stumm sind, erzählen sie uns von ihrer reichen Geschichte sowie Wissenswertes über Glauben und Leben vergangener Zeiten. Wir sind begeistert von diesem imposanten Empfang und dem profunden Wissen des örtlichen Fremdenführers.
Wir erfahren, dass im Spätmittelalter der örtliche Niederadel Schöntal sogar zu seiner Grablege erwählte – darunter auch Gottfried „Götz“ von Berlichingen, bekanntester Spross derer von Berlichingen zu Hornberg, der legendäre Reichsritter mit der eisernen Hand.
Besonders gefällt uns die Verbindung zu Johann Wolfgang von Goethe, der sich von der Autobiografie des Ritters inspirieren ließ. Goethe machte ihn zur Titelfigur eines Dramas und inszenierte die gesellschaftlichen Gegensätze dieser bewegten Zeit, in dem er Götz von Berlichingen im schwäbischen Bauernkrieg (1524 – 1526) zum Symbol des Widerstands werden lässt. Götz steht als einer der letzten seiner Art für das mittelalterliche Fehderecht und wird zum Protagonisten im Bauernkrieg, dem Aufbegehren gegen den Feudalismus. Sein berühmter Ausspruch im dritten Akt hat Kultstatus und durfte natürlich auch bei uns nicht fehlen: „Er aber, sag’s ihm, er kann mich im Arsche lecken!“ – mit dieser frechen Erwiderung setzt Goethe dem schwäbischen Gruß ein literarisches Denkmal.
Der Schlossgarten Weikersheim
Unser Ausflug geht weiter – vorbei an Krautheim, Assamstadt und Igersheim steuern wir das Sehnsuchtsziel an: Den barocken Schlossgarten Weikersheim. Der Barock ist eine faszinierende Epoche voller Üppigkeit, Gegensätze und emotionaler Ausdruckskraft. Während der Dreißigjährige Krieg (1618-1648) Not, Elend und Todesbewusstsein in der Bevölkerung hinterließ, lebten die Herrscher in verschwenderischem Luxus und demonstrierten ihre Macht mit prächtigen Schlössern und ihren Gärten.
Hinter dem ehrwürdigen Portal von Schloss Weikersheim erwartet uns ein barocker Garten, der die Lebenslust eindrucksvoll widerspiegelt und seine prächtige Gestaltung mit überdauernder Natur verbindet. Schon beim Betreten verzaubert er uns mit seinen Brunnen und den originellen Blicken ins Taubertal, das Teil dieser großartigen Gartenlandschaft ist. Hier lässt es sich wunderbar flanieren und in vergangene Zeiten eintauchen. Der Sommerhitze entfliehen? Heute nicht notwendig. Der Himmel ist bedeckt. Dennoch können wir uns gut vorstellen, wie die riesigen Bäume an heißen Tagen angenehm kühlen Schatten spenden, während das Wasser sanft vor sich hinplätschert und Schmetterlinge tänzelnd über die Blumen flattern. Unsere Phantasie lässt uns den würzigen Duft von entzückenden Blumen, der überall in der Luft liegt, förmlich einatmen. Wir bilden kleine Grüppchen, erzählen, lachen und freuen über die herzliche Gemeinschaft im VdK. Ich spaziere mit Inge und Lotte durch den Garten. Immer wieder laden uns gemütliche Bänke zum Verweilen ein, um all die Kunstwerke eingehend zu studieren. Die Skulpturen scheinen uns dabei sogar anzulächeln – so verliert die Zeit ihr gewohntes Tempo.
Beim Schlendern stellen wir uns vor, wie es wohl für die Grafenfamilie von Hohenlohe-Weikersheim gewesen sein muss, im Farbenrausch der Fuchsien und der verspielten Zwergengalerie zu Lustwandeln. Die prachtvollen Kübelpflanzen, die nach der Winterzeit nun aufgestellt werden sollen, verleihen dem Ort schon heute in unseren Gedanken einen Hauch südlicher Leichtigkeit. Zahllose Säulen warten darauf im Sommer Fuchsien, Agapanthus, Palmen und Kakteen zu präsentieren. Ein Höhepunkt ist die 300 Jahre alte Orangerie von Schloss Weikersheim – eines der schönsten barocken Bauwerke in Baden-Württemberg, errichtet zwischen 1719 und 1723. Sie betört uns mit ihrer eleganten Erscheinung und wirkt wie ein heiterer Ort, eine wahre Oase der Ruhe.
Kleine Details fangen immer wieder unseren Blick ein: Der Kräutergarten mit seinen Heil- und Gewürzpflanzen rundet unsere Entdeckungsreise ab. Hier wird im Sommer wieder ein lebendiges Archiv barocker Selbstversorgung heranwachsen. Pflanzen mit medizinischen Eigenschaften, die förderlich für Verdauung, Kreislauf und Nerven sind, lassen uns staunen. Sind sie essbar, nützlich oder giftig? Kleine Tafeln geben Aufschluss. Alte, robuste Sorten gedeihen hier, mit denen selbst ungeübte Hobbygärtner Eindruck machen können. Und wenn der Tag mal wieder zu aufregend war, hilft ein kleines Ritual: Ein paar Melisseblätter pflücken, Tee aufgießen, zurücklehnen und dem Alltag freundlich zuwinken. Entschleunigung kann so köstlich sein!
Dieser Garten bietet den perfekten Ort zum Bummeln, Innehalten und Kraft schöpfen. Die Verbindung von Natur und Kultur, Geschichte und Lebensfreude spüren wir hier mit allen Sinnen. Mit diesen unvergessenen Eindrücken im Gepäck setzen wir unseren Ausflug fort. Im BrotHaus in Weikersheim sind bereits Plätze für uns reserviert – Zeit für Kaffee und Kuchen, um den Tag gemütlich ausklingen zu lassen.
So geht ein denkwürdiges Erlebnis in der VdK-Gemeinschaft, ein abwechslungsreicher und historisch spannender Ausflugstag in unserer Region zu Ende. Er schenkte uns nicht nur landschaftlich, sondern auch kulturell viele neue Eindrücke – herrlich ungezwungen! Auf der Rückfahrt überrascht uns Ladi Toth mit einem kleinen Quiz, bei dem wir unser frisch erworbenes Wissen testen können. Die Sonne strahlt inzwischen vom Himmel und versöhnt uns so mit den wenigen Regentropfen in Schöntal. Alles gut. Mit einem Lächeln im Herzen kehren wir zurück. Wir freuen uns schon auf die nächste gemeinsame Tour im Juni ins Maintal mit Wertheim und Miltenberg. Dieser VdK Ausflug ist bereits ausgebucht. Aber liebe Leserin, lieber Leser hier ein Tipp von mir: Merken Sie sich doch schon mal den Termin für unser VdK-Sommerfest am 15.07.2026 vor. Gäste sind herzlich willkommen!
Gaby Sassie, Schriftführerin


