Unser VdK-Ausflug ins Maintal mit Wertheim und Miltenberg - Einfach mal rauskommen und den Tag genießen

Am vergangenen Mittwoch war es endlich soweit: 48 VdK-Mitglieder und Gäste hatten Lust auf einen gemeinsamen Ausflug. Ganz entspannt, mit guter Laune und dem Motto „Nimm dir Zeit, um glücklich zu sein“ wollten wir einfach mal rauskommen, frische Luft schnappen und vielleicht unterwegs ein leckeres Eis naschen. Die Stimmung war unbeschwert und erwartungsvoll, als wir uns frühmorgens in unseren komfortablen Bus setzten, denn das Wetter meinte es bestens mit uns. Strahlender Sonnenschein und Sommerwetter begleiteten unsere Fahrt. Charmant begrüßte uns unser Vorsitzender Ladi Toth und gab noch ein paar Tipps für den Tag mit auf den Weg – damit unser gemeinschaftliches Erlebnis von Anfang an perfekt wird. Nach kurzer Fahrt über die Autobahn beginnen wir mit einem köstlichen Frühstück unter freiem Himmel. Schnell bauen fleißige Helfer Tische mit Kaffee, Butterbrezeln, frischem Hefekuchen und Sekt auf. Wir genießen und unterhalten uns lebhaft. Gerne nehmen wir Sie liebe Leserin und lieber Leser jetzt auf unsere Reise mit.
Wertheim
Es geht weiter auf kleinen Landstraßen durch den herrlichen Odenwald Richtung Wertheim. Diese Stadt, die nördlichste in Baden-Württemberg, beeindruckt durch ihre lange Geschichte, die vermutlich bis ins 8. oder 9. Jahrhundert zurückreicht. Der Name „Wertheim“ leitet sich vom Begriff „Werder“ ab, der eine Insel oder eine Erhebung im Fluss beschreibt. Interessanterweise wird der Name seit dem frühen 17. Jahrhundert auch als „Wert“ gedeutet. Die mittelalterliche Residenzstadt an den Flüssen Main und Tauber ist Mitglied der „Romantischen Straße“ und begeistert uns mit ihrer historischen Anmut.
Das Wahrzeichen von Wertheim ist zweifellos die Burg, die majestätisch über der Stadt thront. Sie gehört zu den größten Steinburgruinen Süddeutschlands. „Ankommen und Wohlfühlen“ lautet der Slogan von Wertheim – und genau dieses Gefühl haben wir alle sofort.
Im Herzen der pittoresken Altstadt, die mit ihren verwinkelten Gassen und reich verzierten Fachwerkhäusern ein echtes Schmuckstück ist, liegt der historische Marktplatz. Der Markt mit seinen Angeboten an Obst und Gemüse in prächtigen Farben wird flankiert von zuvorkommend geführten Geschäften, die eine breite Palette an regionalen Spezialitäten anbieten. Von Wein über Schokolade bis hin zu anderen Köstlichkeiten ist für jeden Geschmack etwas dabei. Insbesondere fasziniert uns die lange Weinbautradition in der Region rund um Wertheim. Entlang der Main- und Tauber-Flusstäler werden vor allem trockene und halbtrockene Weinsorten angebaut. Berühmt wurde der Frankenwein nicht zuletzt durch seine charakteristische Flaschenform, dem sogenannten Bocksbeutel.
Eine Schnäppchenjagd im nahegelegenen Designer-Outlet „Wertheim Village“ stand nicht auf unserem Programm. Schade eigentlich – bei meinem letzten Besuch dort habe ich mir einen schicken Lederrucksack gegönnt und hätte sicher auch heute wieder eine Kleinigkeit gefunden.
Stattdessen machen wir eine bequeme Stadtrundfahrt mit der Gecko-Bahn, die uns in schmale Gassen führt. Dort angekommen bewundern wir die mittelalterlichen Häuser, die ehemaligen Fischerhäuser, den Spitzen Turm, den Engelsbrunnen und die Stiftskirche. Und das alles wurde vor 400-500 Jahren erbaut - ohne Computer! Beeindruckend! Wir fahren über die Spessartbrücke nach Kreuzwertheim, das zu Bayern gehört und für seine Produkte aus Zwetschgen wohlbekannt ist. Der Sage nach kamen durch den Spessart früher Räuber nach Wertheim. Keine Sage sind die Hochwassermarken, auf die unsere Fremdenführerin hinweist. Wenn die Tauber bei ihrer Einmündung in den Main zu viel Wasser führt, kommt es in Wertheim zu Hochwasser.
Wir erfahren weitere unterhaltsame und informative Details zur ereignisreichen Geschichte der Stadt. Ausnehmend spannend ist die Geschichte von Graf Eberhard, unter dessen Ägide Wertheim 1363 urkundlich das Recht erhielt, eigene Münzen zu prägen und daraus finanziellen Gewinn zu schlagen. Wir müssen schmunzeln und überlegen kurz, was wir wohl alles tun könnten, wenn wir selbst das Recht hätten, unser eigenes Geld zu prägen.
Unsere Gecko -Bahnfahrt endet bei einem lebensgroßen Gartenzwerg, dem „Wertheimer Optimisten“, einer dreidimensionalen, humorvollen, künstlerischen Schöpfung von Ottmar Hörl. Die blaue Skulptur ist in der Corona-Zeit 2020 entstanden. Der Optimist hält den Daumen nach oben. Er zaubert uns ein Lächeln ins Gesicht und schenkt Hoffnung. So einfach ist das. Jetzt steht Freizeit auf dem Programm. Wir bilden kleine Grüppchen und nutzen die Zeit, um die Stadt näher kennenzulernen, Souvenirs zu entdecken oder einfach die besondere Stimmung bei einem Kaffee aufzunehmen. Später versammeln wir uns alle wieder im Gasthaus Krone zum Mittagessen. Wir lassen den Vormittag Revue passieren. Das frisch zubereitete Essen schmeckt uns gut.
So gestärkt setzen wir unsere Fahrt entlang des Mains fort und erreichen bald Miltenberg, das malerisch zwischen den Hügeln von Spessart und Odenwald eingebettet, rund um die Südkurve des Mains, liegt. Eine Stadt mit reicher Geschichte und herrlicher Natur. Schon während der Fahrt spürt man förmlich die Magie des Tages, die Stimmung ist hervorragend und alle freuen sich darauf, Miltenberg zu erkunden. Die Bedeutung der Stadt reicht weit zurück: Schon im Mittelalter war der Mainübergang von großer Wichtigkeit. Der imposante Brückenturm aus dieser Zeit empfängt uns. Bewegte Geschichte direkt am Fluss.
Miltenberg
Der Name Miltenberg leitet sich von der hoch über der Altstadt ruhenden Mildenburg ab. Sie entstand ab 1144 auf dem Besitz des von König Konrad III. bevogteten Klosters Amorbach. Ihr Namen erinnert an die Milde des ersten Stauferkönigs in Zusammenhang mit der berühmten Weibertreu-Begebenheit von Weinsberg – ein hübsches Stück Geschichte, das unsere eigene Heimat mit Miltenberg in aparter Weise verbindet. Das gefällt uns.
Die Stadt präsentiert sich uns als Ort vielfältiger Möglichkeiten zur Erholung und Entspannung. Die Lage direkt am Main lädt geradezu ein sich zu verwöhnen – ob bei einem Spaziergang am Wasser oder beim gemütlichen Verweilen in einem der zahlreichen Cafés.
Nach unserer Ankunft unternehmen wir auf eigene Faust einen beschaulichen Spaziergang durch die historische Altstadt, der sich wie eine Reise in die Vergangenheit anfühlt. Prächtige Fachwerkhäuser, enge Gassen und versteckte Winkel verleihen Miltenberg seinen einzigartigen Charakter. Vor allem beeindruckt uns der elegante Renaissancetorbogen, der den Eingang zu einem der attraktivsten Stadtteile markiert. Die perfekte Gelegenheit für großartige Erinnerungsfotos. Zudem finden wir den kunstvollen Staffelbrunnen – ein echter Höhepunkt, der sogar mit einer humorvollen Geschichte verbunden ist.
Wie viele Städte hat auch Miltenberg einen liebevollen Spitznamen für seine Bewohner: „Staffelbrunser“. Doch woher kommt dieser Name, so fragen wir uns. Eine plausible Erklärung besagt, dass die Menschen früher ihr Wasser am Staffelbrunnen holten und deshalb als „Staffelbrunnler“ bekannt waren. Im Laufe der Jahre entwickelte sich daraus die scherzhafte Bezeichnung „Staffelbrunser“. Solch eine kleine Anekdote macht den Besuch hier launig und witzig.
Die Zeit zur freien Verfügung nutzen Ingrid und ich um einen erfrischenden Eiskaffee zu schlürfen. Es dauert nur kurz bis sich vorbeikommende Ausflugsteilnehmerinnen zu uns gesellen. Eine lustige Schar, wir erzählen, lachen und genießen den leichten Sommerwind an diesem ansonsten heißen Tag. Der Marktplatz ist das quirlige Zentrum der Stadt und wird augenzwinkernd umgangssprachlich „Schnatterloch“ genannt – ein wahres Muss für jeden Besucher. Beim Bummeln durch die Geschäfte finden wir neben aktuellen Modetrends auch regionale Spezialitäten, kunstvolles Handwerk und einige originelle Souvenirs. Wir erfreuen uns an der bemerkenswerten Verbindung von alter Tradition und moderner Lebendigkeit, diese Mischung aus Geschichte und Gegenwart, die Miltenberg einen so ungewöhnlichen Charme verleiht. Wir nehmen das unverwechselbare Flair der Altstadt in uns auf. Dieses ausdrucksvolle Ensemble aus epochalen Gebäuden und munterem Alltag begeistert uns alle sehr.
Das Gasthaus „Zum Riesen“ ist eine echte Legende. Bereits 1411 erstmals erwähnt, gilt es als älteste Fürstenherberge Deutschlands. Einst kehrten hier Könige, Erzbischöfe und Feldherren ein. Auch wir fühlen uns wohl an diesem Ort mit einzigartigen Überlieferungen, der heute ein beliebter Treffpunkt für Feinschmecker ist.
Die Mainpromenade überzeugt uns als perfekter Ort, um die Seele baumeln zu lassen. Direkt am Wasser sitzend, mit einem Glas Wein oder einem kühlen Eis in der Hand, lassen wir unseren Blick über den Main schweifen und die ganz spezielle Atmosphäre auf uns wirken. Dieses Gefühl von Ruhe und Lebensfreude macht den Tag zu einem unvergesslichen Erlebnis für alle Beteiligten.
Den krönenden Abschluss unseres Ausflugs bildet nun eine vergnügte 90-minütige Schifffahrt mit Kaffee und Kuchen auf dem Main. Alle mitkommen! Gemächlich gleiten wir durch die liebliche Landschaft, tauchen in die Natur ein und spüren unsere Zusammengehörigkeit. Gestärkt und zufrieden treten wir die Heimreise an – erfüllt von denkwürdigen Eindrücken und guter Laune.
Dieser VdK-Ausflug war wieder einmal ein echtes Gemeinschaftserlebnis, das allen Teilnehmern viel Freude bereitet hat. Der Tag zeigte, wie wichtig es ist, sich bewusst Zeit für Glücksmomente zu nehmen – sei es beim gemeinsamen Lachen, beim Genießen oder einfach beim Dabeisein. Auf der Heimfahrt spricht Ladi Toth uns allen aus dem Herzen mit seinem großen Dankeschön an alle Helfer und Ehrenamtlichen sowie an das Organisations-Team unseres VdK-Ortsverbands. Ihr Zusammenspiel macht immer wieder außergewöhnliche Ausflüge und Veranstaltungen möglich.
Wir freuen uns schon jetzt auf das nächste Event – das VdK-Sommerfest am 15. Juli 2026 – bei dem wir sicherlich erneut zahlreiche schöne Stunden miteinander verbringen werden. Bis dahin bleiben die Erinnerungen an diesen wunderbaren Tag im Maintal wach und sorgen für Vorfreude auf manch weitere Momente zusammen.
Gaby Sassie Schriftführerin


