Rentenansprüche für pflegende Angehörige

VdK zu Linnemanns Ankündigung: „Wichtiges Signal für pflegende Angehörige – jetzt kommt es auf die Umsetzung an“.
Finanzierung bleibt offen: Bentele fordert verbindliche Zusagen
VdK korrigiert Zahlen: Rund 5,1 Millionen Pflegebedürftige werden zu Hause versorgt
VdK-Präsidentin Verena Bentele: „Die Anerkennung der Leistung pflegender Angehöriger ist überfällig. Dass Minister Linnemann die Kritik an den geplanten Kürzungen aufgreift und so früh nach seinem Amtsantritt eine Korrektur angekündigt hat, ist ein wichtiges und positives Signal für viele Millionen Menschen. Jetzt muss diesem Signal eine verbindliche Entscheidung mit gesicherter Finanzierung folgen.“
Gerade weil viele Angehörige ihre Erwerbstätigkeit wegen der Pflege reduzieren oder zeitweise aufgeben müssen, schützt er vor langfristigen Einbußen bei der Altersvorsorge. Die geplante Absenkung der rentenrechtlichen Bewertung auf 70 Prozent würde diesen Ausgleich jedoch deutlich beschneiden – und damit das Risiko erhöhen, dass Pflege im Alter zur Armutsfalle wird.
Die Finanzierung der besseren rentenrechtlichen Absicherung pflegender Angehöriger muss verbindlich geklärt werden. Aus unserer Sicht handelt es sich dabei um eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, die aus Steuermitteln finanziert werden sollte.“
Die Möglichkeit ist seit Jahren bekannt und wird auch von Sozialverbänden und der Deutschen Rentenversicherung in der Beratungspraxis berücksichtigt.
Der VdK weist zudem auf eine ungenaue Zahlenangabe in dem Interview hin. Nach aktuellen Zahlen des Bundesgesundheitsministeriums wurden im Dezember 2025 jedoch rund 5,1 Millionen Pflegebedürftige zu Hause versorgt. Das entspricht mehr als 80 Prozent aller Pflegebedürftigen. Bentele: „Auch mit Unterstützung durch ambulante Dienste ist die Pflege für Angehörige ein Kraftakt, der honoriert werden muss. Pflegende Angehörige sind das Rückgrat unseres Pflegesystems. Sie vor zusätzlichen Belastungen zu bewahren, ist das Mindeste – was sie wirklich brauchen, ist spürbare Entlastung.“
Der VdK setzt sich seit Langem für bessere Rahmenbedingungen für pflegende Angehörige ein. Dazu gehören aus Sicht des Verbands insbesondere:
• Mehr Vereinbarkeit von Pflege und Beruf: Flexible Arbeitszeitmodelle und verlässliche Regelungen müssen unabhängig von der Größe des Betriebs möglich sein.
• Eine echte finanzielle Entlastung: Notwendig ist eine längst überfällige Lohnersatzleistung beziehungsweise ein Pflegelohn, damit Pflege nicht zur finanziellen Belastungsprobe für Angehörige wird.
• Mehr Entlastungsangebote: Tages-, Nacht- und Kurzzeitpflege müssen spürbar ausgebaut werden, damit pflegende Angehörige verlässlich Unterstützung und Auszeiten erhalten.
• Volle Rentenansprüche sichern: Die Rentenversicherungsbeiträge für pflegende Angehörige müssen in voller Höhe erhalten bleiben.
• Anerkennung auch praktisch umsetzen: Die Leistung pflegender Angehöriger muss gesellschaftlich und politisch stärker anerkannt werden. Sie tragen einen wesentlichen Teil der Pflege in Deutschland.
