"Hauptsache, ihr macht was" - Aus der VdK- Mitgliederzeitung Oktober - über das Argumentationstraining

Hier ist der Text aus der VdK Zeitung Oktober 2026, Seite 19:
*VdK Zeitung Oktober 2026 | 19*
*Aus den Bezirken*
„Hauptsache, ihr macht was!“
*Umgang mit populistischen Vorurteilen und Parolen: Interaktives Argumentationstraining beim VdK Todtnau-Schönau*
Haltung zeigen, wenn es drauf ankommt - leichter gesagt als getan. Genau deshalb luden die SPDkurz fürSozialdemokratische Partei Deutschlands Oberes Wiesental, die Frauengemeinschaft Schönau und der VdK-Ortsverband Todtnau-Schönau zum interaktiven Argumentationstraining „Mut zur Haltung“ in den katholischen Pfarrsaal Schönau ein.
Die Idee zum kostenfreien Workshop stammte von der früheren VdK-Ortsvorsitzenden Verena Diemer. Claudia Dolzer, Gemeinderätin Zell im Wiesental, SPDkurz fürSozialdemokratische Partei Deutschlands, übernahm die Begrüßung. 15 Teilnehmende lernten, wie man rechtsextremen und rechtspopulistischen Vorurteilen und Parolen begegnen kann. Die beiden Referentinnen der Fachstelle Demokratiebildung des Bildungswerks der Erzdiözese Freiburg setzten dabei voll auf interaktive Übungen.
Das zentrale Learning des Tages brachte eine der Referentinnen auf den Punkt: „Das Wichtigste ist, dass ihr überhaupt was macht. Es gibt kein Richtig oder Falsch.“
Zum Abschluss gab es für die Referentinnen Präsente aus dem Cabanja Weltladen. Zudem sammelte die Runde über den „Spendenschmetterling“ Spenden für die Erdbebenopfer in Venezuela. Ein gelungener Nachmittag und früher Abend, der bewies: Demokratie lebt vom Mitmachen.
*red*
[Foto: Boden mit Kärtchen]
_Gesprächsbereitschaft, mutiger sein, üben und fundierte Argumente: diese guten Vorsätze fassten die Teilnehmenden für den Umgang mit populistischen Äußerungen._
_Foto: VdK OV / Todtnau-Schönau_
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*Drei Fragen an ... Karin Maier*
[Foto: Karin Maier. Foto: privat]
*Frau Maier, Sie sind Schriftführerin des VdK-Ortsverbands Todtnau-Schönau. Warum ist es Ihnen wichtig, als VdK-Ortsverband Ihre Mitglieder mit einem Argumentationstraining zu schulen?*
Demokratie beginnt nicht erst auf irgendeiner höheren Ebene. Sie beginnt dort, wo Menschen zusammenkommen und entscheiden. Unser VdK-Ortsverband hat die Aufgabe, nicht nur soziale Rechte zu vertreten, sondern auch aktiv gesellschaftliche Teilhabe zu stärken.
In einem Workshop wie dem in Schönau im Schwarzwald lernen unsere Mitglieder konkrete Handlungsmöglichkeiten - etwa wie man rechtspopulistischen Parolen im Alltag begegnet, ohne stumm zu bleiben. Das befähigt jeden Einzelnen und jede Einzelne, Verantwortung zu übernehmen. Ohne Schulung fehlt vielen oft die Sicherheit, Haltung zu zeigen. Mit Schulung wächst unser Verband nach innen und nach außen.
*Und weshalb ist das auch Aufgabe des Sozialverbands VdK?*
Der VdK ist historisch gewachsen als Interessenvertretung für vulnerable Gruppen - Betroffene von Behinderung, Kriegsfolgen und sozialer Ungleichheit. Diese Menschen gehören zu jenen, deren Stimmen am schnellsten lauthals übertönt werden, wenn demokratische Debatten kippen. Demokratiebildung ist daher keine Zusatzleistung, sondern Kernteil unserer Arbeit.
Ein Sozialverband, der nicht auch für demokratische Kultur eintritt, wäre seiner historischen Verantwortung untreu geworden. Der Sozialverband VdK muss seine Mitglieder stärken, weil soziale Gerechtigkeit ohne funktionierende Demokratie nicht möglich ist.
*Was haben Sie im interaktiven Argumentationstraining „Mut zur Haltung“ gelernt?*
Ein Satz aus dem Argumentationstraining hat mich nachhaltig geprägt: „Das Wichtigste ist, dass ihr überhaupt was macht. Es gibt kein Richtig oder Falsch.“ Dieser Befreiungsschlag nimmt den Perfektionsdruck - Handeln zählt mehr als perfekte Formulierungen.
Ich habe gelernt, dass interaktive Übungen viel mehr bringen als theoretische Vorträge. Durch Rollenspiele konnten wir Situationen simulieren, bei denen wir uns sonst zurückgehalten hätten. Die 15 Teilnehmenden zeigten: Man braucht keine rhetorischen Superkräfte, um Haltung zu zeigen. Besonders wertvoll war die Solidarität im Kreis - gemeinsam zu üben, schafft Mut zum eigenen Auftreten. Und der Abschluss mit dem „Spendenschmetterling“ für Venezuela-Erdbebenopfer erinnerte uns: Demokratie lebt nicht nur vom Reden, sondern vom konkreten Miteinander. Die Idee zum Argumentationstraining kam von unserer früheren Ortsvorsitzenden Verena Diemer, umgesetzt wurde sie von drei Vereinigungen: Der SPDkurz fürSozialdemokratische Partei Deutschlands Oberes Wiesental, der Frauengemeinschaft Schönau und uns, dem VdK-Ortsverband Todtnau-Schönau. Das beweist: Wenn wir kooperieren, wird Demokratie sichtbar. Genau darum geht es im VdK - alles geht zusammen.
*nem*r