"Es reicht!" - Sozialprotest gegen die geplanten Kürzungen der Regierung - Demo in Lörrach am 24.6.

"Unter dem Motto „Es reicht! – Lörrach wehrt sich!“ ruft ein breites Bündnis aus Wohlfahrtsverbänden, Sozialorganisationen, Demokratieinitiativen und politischen Akteur:innen für Mittwoch, den 24. Juni 2026, um 18.00 Uhr zu einer Kundgebung auf dem Bahnhofsplatz in Lörrach auf. Die Kundgebung ist Teil der bundesweiten Proteste unter dem Motto „Es reicht!“, die sich gegen die geplanten sozialen Einschnitte der Bundesregierung richten.
Wir wenden uns gegen die angekündigten Kürzungen und Verschärfungen im sozialen Bereich sowie gegen eine Politik, die aus unserer Sicht den gesellschaftlichen Zusammenhalt gefährdet. Geplante Einschnitte bei sozialen Leistungen, steigende Belastungen im Gesundheitswesen und drohende Verschlechterungen bei der Alterssicherung setzen die falschen politischen Prioritäten setzen.
Dabei geht es nicht um abstrakte Debatten in Berlin, sondern um konkrete Auswirkungen vor Ort. Bereits heute kämpfen viele Menschen in der Region mit steigenden Mieten, hohen Lebenshaltungskosten, Personalmangel im Gesundheits- und Sozialwesen sowie wachsender Unsicherheit über ihre wirtschaftliche Zukunft. Wie aktuell diese Sorgen sind, zeigte sich erst vor wenigen Tagen: Am 12. Juni beteiligten sich die Kliniken des Landkreises Lörrach gemeinsam mit ihrem Betriebsrat am bundesweiten Protesttag der Krankenhäuser. Dabei wurde eindringlich vor den Folgen einer chronischen Unterfinanzierung des Gesundheitswesens gewarnt. Die Verantwortlichen verwiesen auf erhebliche finanzielle Belastungen, zunehmenden Fachkräftemangel und Risiken für die wohnortnahe Gesundheitsversorgung in der Region. Gerade im Landkreis Lörrach, der im Wettbewerb mit dem Schweizer Arbeitsmarkt steht, verschärft sich der Druck auf Krankenhäuser und Pflegeeinrichtungen zusätzlich.
Während über Einsparungen bei Krankenhäusern, sozialen Leistungen und öffentlicher Infrastruktur diskutiert wird, fragen sich viele Menschen in Lörrach längst, wie sie Miete, Pflege, Gesundheit und ihren Alltag künftig bezahlen sollen. Genau deshalb gehen wir auf die Straße.
Wir kritisieren, dass gesellschaftliche Probleme zunehmend auf einzelne Bevölkerungsgruppen abgewälzt werden, während die eigentlichen Ursachen sozialer Ungleichheit aus dem Blick gerieten. Beschäftigte, Rentner:innen, Geflüchtete oder Bürgergeldempfänger:innen werden gegeneinander ausgespielt, obwohl viele von denselben strukturellen Problemen betroffen sind: steigende Preisen, unsichere Lebensverhältnissen und einer zunehmenden Belastung öffentlicher Infrastruktur. Wohlfahrtsverbände, zivilgesellschaftliche Initiativen und gemeinwohlorientierte politische Akteur:innen bringen hierzu seit Jahren konkrete Erfahrungen und Lösungsansätze ein. Die Bundesregierung ist deshalb gefordert, diese Perspektiven stärker in politische Entscheidungsprozesse einzubeziehen und die sozialen Folgen ihrer Reformvorhaben ernsthaft zu berücksichtigen.
Die Kundgebung versteht sich ausdrücklich als offenes Bündnis für alle Menschen, die sich für soziale Gerechtigkeit, eine starke öffentliche Daseinsvorsorge, gute Arbeitsbedingungen, eine verlässliche Gesundheitsversorgung und gesellschaftlichen Zusammenhalt einsetzen möchten.
Getragen wird die Veranstaltung von einem breiten Bündnis aus:
– der Liga der freien Wohlfahrtspflege und ihren Mitgliedsverbänden im Landkreis Lörrach,
– der Lebenshilfe Lörrach e.V.,
– dem Bündnis 5 vor 12: Für Demokratie, gegen Rechtsextremismus e.V.,
– dem Bündnis Schopfheim bleibt bunt,
– dem Bündnis 90/Die Grünen Kreisverband Lörrach,
– sowie DIE LINKE Kreisverband Lörrach (Initiator:innen).
Wir hoffen auf ein deutliches Signal aus der Region: Soziale Sicherheit, gute Gesundheitsversorgung und gesellschaftlicher Zusammenhalt dürfen nicht dem Rotstift zum Opfer fallen
Kommt zahlreich!"
Text: Bündnis 5 vor 12 Lörrach