Nachtrag Rundgang Frauengeschichtswerkstatt
Veranstaltungsinformationen
Wann?
Wo?
Starke Männer, das weiß man, die gibt es und gab es immer schon, aber dahinter und daneben (und manchmal auch davor) stehen starke Frauen.
In die Vergangenheit eintauchen und die Geschichte starker Frauen erlebbar und damit unvergesslich zu machen, das hat sich die Frauengeschichtswerkstatt zur Aufgabe gemacht.
In unterhaltsamer Weise wurden an fünf verschiedenen Standorten Frauenschicksale mit historischem Hintergrund nacherzählt.
Eine bunte Truppe aus VdK Mitgliedern, Freunden und Verwandten haben sich mit Frau Illja Widmann als Gästeführerin auf den Weg in die Geschichte gemacht.
Auf dem Marktplatz trafen wir die Badnerin, eine für die damalige Zeit ungewöhnliche weibliche Leiterin, die kräftig Werbung für ihre Badeanstalt machte. „Sie können bei uns Körperpflege im Dampfbad machen, wir bieten Bartpflege und sogar einen Mann mit Zange, der sich um faule Zähne kümmert“.
Im Spitalhof hatte die Freundin über Maria Andreae nur Gutes zu berichten. „Man nannte sie die Mutter der Armen. Sie kannte sich in Krankenpflege aus und trotz vieler Kinder und der Arbeit als Pfarrersfrau hatte sie noch die Kraft, allen Leuten zu helfen“. „Sie sei eine ganz umtriebige Frau gewesen“!
Vor dem Handelshaus Khönle, ein imposantes Gebäude, erbaut 1680, erwartete uns die Magd der einflussreichen Handelsfamilie Khönle.
Sie rühmte vor allem die Verdienste der Frauen, die neben der Hausarbeit und dem Kinderkriegen die Buchhaltung und den Verkauf im Eisenwarenladen verantwortlich übernahmen.
Hans Jakob Khönle lobte seine Frau Rosina, geb. Ruthard, in den höchsten Tönen. Sie war ihm „im Haußwesen und den Kaufläden…sehr nützlich!“
Der Sohn Johann Jakob baute das Geschäft weiter aus, war oft auf Reisen und so trugen die Frauen dieser Familie eine große Verantwortung und damit einen großen Teil des Erfolges.
Im Klosterhof in der Bronngasse wartete Fräulein Gaiser, die Lehrerin der Frauenarbeitsschule auf Anmeldungen der neuen Schülerinnen. Sie versprach eine solide Schulung im „Weißzeug nähen!“ Damals nur in der Winterzeit…die Mädchen wurden den Sommer über in der heimischen Landwirtschaft gebraucht.
Sie präsentierte handgenähte Schaustücke und zeigte damit, dass die Schule nicht umsonst den Namen „Knopflochkaserne“ trug.
Für alle, die mehr wissen wollen…. In der Frauengeschichtswerkstatt entstanden sind zwei Bücher und es gibt eine sehr informative Homepage: www.frauengeschichtswerkstatt-herrenberg.de