VdK-Sommerurlaub 2025
Veranstaltungsinformationen
Wann?
Wo?
VdK-Urlaub in Ostfriesland 2025
1. Tag Abfahrt von Neckarhalle Ilvesheim 7.00 Uhr. Mit leichter Verspätung bewegte sich der Bus gen Ostfriesland. Alle an Bord, 45 an der Zahl, und los geht's bei herrlichem Wetter. Das Reise mit dem Unternehmen Meister-Touristik mit ihrem Fahrer Mirko hat die VdK-Reisegruppe schon mal gefahren. Es war jedenfalls mit ihm eine schöne Urlaubsreise. Das Wiedersehen hat alle gefreut. Nach fast 10 Stunden Fahrt und einigen Staus sind die VdKler erschöpft angekommen und belegten ihre Zimmer im Hotel Friesengeist, Abendessen und gemütliches Beisammensein beendeten diesen Tag.
2. Tag Fahrt durch Wiesmoor zum Torf- und Siedlungsmuseum mit Reiseleiterin Anette Strodthoff, eine sehr empatische und sympatische Dame mit viel Wissen über Land und Leute. Wiesmoor war früher eine reine Moorlandschaft und wurde im Laufe der Jahrhunderte zum Torfabbaugelände. Torf galt damals als ideale Energiequelle und wurde zum Heizen und als Antriebsquelle für die Stromerzeugung gebraucht, so das man auch elektrisches Licht in die kargen Haushalte der Torfstecher brachte. Das erbärmliche Leben der Großfamilien mit ca. 7-8 Kindern wurde in kleinen Häuschen mit Stall und EINEM Wohraum mit kleinen Schlafgelegenheiten bewohnt und gelebt. Die Besucher konnten sich in nachgestellten Räumlichkeiten mit historischen Einrichtungen von dem kargen Leben überzeugen. Begleitet und geführt wurden sie von den zwei sachkundigen Männern sehr amüsant und lehrreich auch mit einem Videobeitrag unterhalten. Die zwei Einheimischen führten Alle durch die alten Gebäude sowie auch in die Schule, in der die Kinder, die die hohe Kindersterblichkeit überlebten, unterrichtet. Ein Highlight war für die Gäste ein nachgestellter Unterricht mit dem „Lehrer" bei dem die Besucher auf den damals üblichen Schulbänken plaziert wurden und mussten „gehorsam" den Lehrer begrüßen und den damals üblichen Lehrstoff mitgestalten. Es war sehr amüsant und wurde mit viel Lachen und Spaß bedacht. Anschließend lud man Alle zum traditionellem Tee-und buttrigem Rosinenbrot für deren „Fleiß" belohnt. Erst vor 120 Jahren wurde Wiesmoor zu einer Gemeinde mit heute 13.000 Einwohnern bebaut. Übrigens wächst die Torfschicht im Jahr nur um 1 mm, somit kann man sich ausrechnen, wann das Produkt erst stechbar und transportfähig ist. Weiter gings nach Westerstede im Ammerland. Das Ammerland erscheint wie eine Insel im moorigen Ostfriesland und grenzt an das Oldenburger Land. Die Begegnung mit den Ostfriesen und den Ammerländern war nicht immer konfliktfrei. Die Fahrgäste hatten Gelegenheit, dank der Hitze, ein Eiscafe in Westerstede zu besuchen. „Am Brunnen und umzu sagen wir einfach du" unter diesem Motto standen alle auf dem Duzplatz, wo sich die Einheimischen treffen um Freundschaft zu schließen. Unterwegs auf der Weiterfahrt ein Gang zur evang. Stadtkirche mit Führung der Reiseleiterin, die mit fundiertem Wissen über die Geschichte des Gotteshauses erzählen konnte. Anschließend Fahrt wieder ins Hotel. Insgesamt war es ein hochinteressanter und schöner, wenn auch heißer erster Tag.
3. Tag Ausflug nach Wilhelmshaven, begleitet von der charmanten Reiseleiterin Anette über Sande und Monte Pinow mit seinem schiefen Turm von 18 grad-Winkel-Neigung! Ein Bunker war der Turm einst und sollte gesprengt werden was nicht so recht gelang. Eine Schifffahrt um den Jadebusen war hier geplant. Anette war auch hier sehr redselig und informativ. Viel zu erzählen gab es ohnehin über Wilhelmshaven, über die schwindende Einwohnerzahl von heute ca. 80.000 Menschen und der leider hohen Arbeitslosenzahl durch immer mehr Firmeninsolvenzen. Die drehbare Stahlbrücke, eine Art von Wahrzeichen dieser Stadt sowie für das Marine- museum und sonstige Sehenswürdigkeiten war leider keine Zeit. An Bord auf das gebuchte Fahrgastschiff ging es dann zum 11/2-stündigen, bei hohen Temperaturen, um den 190 qkm großen Jadebusen, der sich an die Nordsee anschließt. Aus dem Lautsprecher tönten Informationen über die vorbeifliegenden Ufergebäuden, Schiffen und Hafenanlagen, deren Größen- und Gewichtsklassen aller Art. Weiter ging es nach Hooksiel und Horumersiel in Richtung Carolinensiel, Anette animierte den Mirko zu einer Auffahrt mit dem Bus eine kleine Strecke auf dem Deich zu fahren, das skeptische Gesicht des Fahrers sprach Bände, aber es war natürlich eine Einbahn- straße ohne möglichen Gegenverkehr, die Fahrgäste genossen den Blick über das Wattenmeer, unterwegs Halt an der St. Marien-Kirche zu Schillig. Eine kath. Kirche ohne Fenster, eine absolute Rarität. Die Kirchenräume hell durch das gläserne Dach und durch das helle Holz des Mobilias nebst Orgel. Die Akustik soll hier großartig sein. Reiseleiterin Anette sang solo ein schönes Lied vom lieblichen Ammerland. Klang toll! Die Fahrt endete in Carolinensiel, wo ein kleiner Aufenthalt vorgesehen war. Viel Lust zum flanieren hatte auf Grund der großen Hitze niemand, so fuhr man nach dem erfrischenden Eisessen wieder ins Hotel zurück.
4. Tag Freier Busfahrertag, einige Gäste unternahmen mit dem örtlichen ÖPNV Fahrten nach Aurich oder Leer, besuchten die Blumenhalle oder taten einfach, wozu sie Lust bei dieser Hitze von bis zu 36 Grad hatten.
5. Tag Fahrt Richtung Emden. Die Fahrt durch die Wohngegend, geschmückt vom Fehnkanal der entlang der wunderschönen Wohnhäuser mit seinen gepflegten Vorgärten kerzengerade um die 16 km langen Straße führt. Diese kerzengeraden Straßen sind für diese Gegend typisch. Während der Fahrt feiert man jede Kurve. Die Reiseleiterin hatte auch hierzu viel zu erzählen. Besichtigung des gigantischen Ems-Sperrwerk, weiter nach Emden, es war eine Fahrt zur Innenstadt vorgesehen, doch konnte der Bus dort nirgends parken. Von Emden über kleine Warftendörfer Richtung Greetsiel hielten sich die Fahrgäste in der schönen Altstadt auf, um dort etwas fürs leibliche Wohl zu tun, auf. Wer wollte, bewunderte und fotografierte noch die berühmten Zwillingswindmühlen. Über die Warftendörfer fuhren die Urlauber zum Highlight an diesem Tag nach Marienhafe zum Teekontor zwecks Teezeit und Friesentorte-Essen. Eine recht lustige und gut gelaunte Dame begrüßte die Gäste mit „Moin" und sie hielt einen ausführlichen Vortrag vom Ritual des Teetrinkens. Nach drei Tassen Tee und einem grandiosen Stück Friesentorte fuhr der Bus die gesättigten VdKler ins Hotel zurück.
6. Tag Mit Reiseleitung. Fahrt nach Leer, der heimlichen Hauptstadt der Ostfriesen mit 34.000 Einwohnern. Die Gäste konnten sich in der tollen Altstadt voll entfalten und bummeln. Ruhige entspannte Stunden, nach den vielen tollen Ereignissen der vergangenen Tage für die Gruppe.
7. Tag Mit Reiseleitung fuhr man nach Jever, begleitet von Anettes spannender Erzählung vom sagen- umwobenen „Fräulein Maria“ und deren schicksalhaftes Leben in Jever. In der Blaudruckerei angekommen, ein uralter Handwerksbetrieb ohne digitaler Technik, nur zwei an der Zahl gibt es in Deutschland noch, in Jever und in Schleswig-Holstein. Ein Handwerk, vor 400 Jahren in Europa aus Indien angekommen. Seefahrer brachten das blaufärbene Indigo, eine Pflanze, welche heute noch bspw. zur Jeansherstellung verwendet wird. Indigo galt in Indien vor 4000 Jahren noch als Zahlungsmittel. Blautönende Stoffe gab es damals nicht und die Sehnsucht nach Blau war übergroß. So entstand um 1700 eine Blaudruckerei nach der anderen. Der sympatische Blaudrucker empfing die Gäste freundlich und hielt ein Referat über Blaudruck und seine Entstehung. Interessant war sein Bericht über die Herstellung der Druckstöcke. Es waren die Stahl- und Kupferstecher, die mit peinlich genauen Abständen die Ornamente und Muster stachen. Diese Druckstöcke mit Ornamenten etc. wurden mit einer angerührten aus chemischen Bestandteilen gefertigten „Pampe" oberflächen-benetzt und passgenau per Rapport auf den weißen Stoff, Seide oder Baumwolle gedruckt, deren Ornamente dank der Pampe von der in einer Zisterne befindlichen blauen Tunke getaucht, sich nicht färben lässt. So entsteht dann das weiße Muster auf blauem Grund. Der Meister führte diesen 7-fachen Produktionsgang dem Publikum vor. Diese Produkte sind eigentlich unbezahlbar, aber es gibt noch Liebhaber dafür. Es existieren noch in der Druckerei etwa 600 alte Druckstöcke. Echte Unikate!! Am Sagenbrunnen trafen sich die in zwei geteilten Gruppen, die den Vortrag hörten und es ging weiter nach Harlingersiel zum bummeln am Hafen mit Fischbrötchengenuss. Zurück zum Hotel
8. Tag Zum letzten Mal mit Reiseleitung. Fahrt ins liebliche Ammerland. die Einheimischen nennen es USA „Unser Schönes Ammerland“. Die Urlauber wurden in den in Rostroper „Park der Gärten“ geführt. Große und kleine Parzellen stellten sich wunderschön mit Pflanzen und Blumen geschmückt vor. Entdeckungsgärten für Kinder, Blindengärten und Glashaus für die Bewirtschaftung tragen zum angenehmen Aufenthalt bei. Die Besucher hatten 3 Stunden Zeit zum flanieren und genießen. Die Rückfahrt führte in einen der größten der ansässigen 500 Baumschulen und man hatte die Möglichkeit zum bewundern und fotogtafieren der toll gestalteten Bäume in allen Formen geschnitten. Weiterfahrt nach Bad Zwischenahn mit kleinem Aufenthalt und einen Blick aufs Zwischenahnermeer. Zurück zum Hotel.
9. Tag Heimfahrt um 9.00 Uhr morgens. Eine Fahrt mit viel Regen und wechselndem Sonnenschein. Der Bus kam reibungslos ohne Staus pünktlich in Ilvesheim an. Ein großes Dankeschön an die 1. Vorsitzende Frau Christa Erbe für die gelungene Organisation und an die tolle Reiseleiterin Frau Anette Strodthoff, die mit viel Herz und Verständnis sich den Reisenden ihre auf Grund des Alters eingeschrènkten Möglichkeiten angepasst hatte. Eine der besten Reiseleitungen, die der VdK genießen durfte. Der Busfahrer Mirko von der Firma Meister steuerte seine Gäste sicher und humorvoll durch den schwierigen Verkehr bei ungemütlichen Wetterverhältnissen. Viel Dank dafür. Es war ein wunderschöner Urlaub.
Detlef Handschack, Fotos: D. Handschack