Kategorie Ortsverband Untergruppenbach

Vier unvergessliche Tage im Salzkammergut - mit dem VdK-Ortsverband Untergruppenbach

Eine KI-generierte Landkarte mit dem Streckenverlauf. Schematische Darstellungen der Sehenswürdigkeiten entlang der Strecke.
4 Tage Salzkammergut © L. Toth, KI-generiert

Das Salzkammergut ist eine Region, die mit ihrer alpinen Natur, glasklaren Seen und historischen Städten jeden Besucher sofort in ihren Bann zieht. Genau hierhin führte uns der VdK-Ortsverband Untergruppenbach auf eine abwechslungsreiche 4-Tagestour, bei der jeder Tag neue Facetten dieser wunderschönen Gegend enthüllte. Gerne nehmen wir Sie, liebe Leserin und lieber Leser, jetzt auf unsere Reise durch das wunderbare Salzkammergut mit. Nehmen Sie Platz, lehnen Sie sich zurück und genießen Sie unsere Eindrücke. Es sind unvergessliche Tage voller Ausflüge, kulinarischer Höhepunkte und kultureller Entdeckungen. Und vielleicht verrate ich ein paar kleine Geheimnisse. Mal sehen. Schließlich sind wir ja unter uns. Los geht’s! 

Tag 1: Willkommen im Salzkammergut – Wasserspiele Hellbrunn

 Der komfortable Bus rollt früh am Morgen los, 55 VdK-Mitglieder und Gäste haben Platz genommen, die Stimmung ist fröhlich und gespannt, voller Vorfreude. Charmant und gut gelaunt begrüßt uns unser Vorsitzender Ladi Toth. Seine Hinweise zum Reiseablauf erhöhen unsere Sehnsucht. Auf diese Reise haben wir sogar unsere Mikrofonanlage mitgenommen! So können alle viel besser die Musik und den Gesang von Hans und Eva hören und natürlich auch mitsingen. Das wird ein Spaß! Die Fahrt geht über die Autobahn nach Feuchtwangen/Crailsheim bis Ansbach und weiter bis Muhr am See. Dort frühstücken wir recht üppig im Café Herzog.  So gestärkt reisen wir weiter. Die Landschaft draußen wird immer grüner, bergiger – ein Vorgeschmack auf das, was uns erwartet. Inge verwöhnt uns mit leckeren Maultaschen als Mittagsimbiss aus der Bordküche. Unser nächster Halt führt uns zu den legendären Wasserspielen von Hellbrunn bei Salzburg. Diese weltweit besterhaltenen Wasserspiele aus der späten Renaissance faszinieren uns sofort. Ein bunter Reigen aus Wasserscherzen kommt uns entgegen. Überall sprudelt und spritzt das Wasser, geheimnisvolle Fontänen überraschen seit 400 Jahren die Besucher. Wir lassen uns gerne ein bisschen nassspritzen – ein echter Spaß für Jung und Alt. Das Flair zwischen den alten Bäumen und den rätselhaften Wasserspielen wirkt fast märchenhaft. Schon jetzt stellen wir fest, wie vielfältig das Salzkammergut ist – weit mehr als nur Berge und Seen. Ein perfekter Einstieg, der Lust auf mehr macht.

In ruhigen Feriendorf Hipping angekommen, beziehen wir unser Hotel Lohninger-Schober, nahe dem Zentrum von St. Georgen.  Am Abend genießen wir ein bodenständiges, aber raffiniertes Menü, bei dem regionale Produkte glänzen. Der Geschmack ist frisch, echt und überzeugt jeden Gaumenliebhaber. So kann der Urlaub beginnen!

Tag 2: Bad Ischl & das Leben der Kaiservilla

Der zweite Tag steht ganz im Zeichen von Tradition und Lebensart – ehrlich und authentisch. Mit unserer örtlichen Reiseleiterin Luzia starten wir. Sie erzählt mit wunderbarer österreichischer Aussprache und Begriffen auf der Fahrt nach Gmunden viel von Land und Leuten im Salzkammergut sowie von der Salzgewinnung seit 7000 Jahren. Begeistert beschreibt sie uns ihre Heimat, die Landschaft mit 76 Seen. Wir sind erstaunt über diese Anzahl und Luzia gibt Augen zwinkernd zu, dass da wohl auch einige Pfützen mitgezählt wurden. Statistik eben. 

In Gmunden angekommen erleben wir eine Stadt voller Charme und Kontraste am Ufer des tiefblauen Traunsees. Umgeben von Bergen war sie Drehort der Fernsehserie „Schlosshotel Orth“. Verträumt und anmutig zugleich, mit südlichem Flair – perfekt für uns, um einen entspannten Stadtbummel zu machen. Wir bilden kleine Grüppchen und ziehen los. Schnell nimmt uns die Stadt ein für ihre liebevoll gestalteten Arkaden und ihre großartigen Keramikarbeiten. 

Weiter führt uns der Weg nach Traunkirchen.  Ein kleiner geschichtsträchtiger Ort in herrlicher Lage am See. Seit keltischer Zeit wurde Salz abgebaut. Wir wollen gerne die barocke Kirche mit ihrer prachtvollen Ausstattung besuchen, insbesondere die einzigartige Fischerkanzel eines unbekannten Künstlers, die das Wunder des reichen Fischfangs thematisiert, bestaunen. Ein echtes Highlight sakraler Kunst, aber eine Führung ist nicht möglich.

Bad Ischl durfte natürlich nicht auf unserem Programm fehlen. Früher ein kleines Fischer- und Bauerndorf, heute geprägt von einzigartigen Jugendstilvillen und fantastisch gealterten Landhäusern. Die Geschichte der Region spürt man an jeder Ecke: Schon im 19. Jahrhundert -also zu Kaiser’s Zeiten – entdeckten der royale Jetset, Wiener Ärzte und Industrielle Bad Ischl als Sommerfrische. Eingebettet zwischen ausdrucksvollen Gipfeln und klaren Seen, zog der Ort das Kaiserpaar Franz Joseph und seine „Sisi“ jährlich an. Der Kurort bedeutete der irdische Himmel für Franz Josef. Auch wir spüren die besondere Heiterkeit dieses Ortes mit seiner kaiserlichen Eleganz. Dieses UNESCO-Weltkulturerbe ist kein Titel, sondern Teil des Lebensgefühls und tief verwurzelt. 

Im Grand Café Esplanade Zauner sind für uns Plätze reserviert. Hier wird noch heute Gugelhupf nach dem alten Rezept aus der Kaiserzeit gebacken. Zimtzucker und in Rum eingelegte Rosinen dürfen auf keinen Fall fehlen. Von Hand wird der Dampfl (Vorteig) sanft verrührt und mit viel Liebe vorbereitet. Also zugegeben, die übrigen Zutaten haben sich unserer Zeit angepasst: weniger Butter, weniger Zucker. Dennoch ein Gugelhupf ist essbare Geschichte. Wir kosten je nach Gusto von auserlesenen Torten, legendären Mehlspeisen, Eisspezialitäten und Schmankerln, zubereitet aus feinsten Zutaten. Ein kulinarisches Erlebnis pur. Der Gastraum am Traunfluss lädt uns zum genussvollen Verweilen ein und bietet Raum für nette Gespräche. Wir betrachten die Gemälde der Kaiserfamilie, die glitzernden Lüster und sitzen auf Sesseln, auf denen -so malen wir uns das aus – schon die „Sisi“ gesessen hat. Bad Ischl vereint Geschichte und Herzlichkeit.  

Direkt am Aufgang zur Kaiservilla steigen wir in den „Kaiserzug Bad Ischl“, um bei einer Rundfahrt beeindruckende historische Sehenswürdigkeiten zu besichtigen, in die faszinierende Atmosphäre der Kaiserzeit einzutauchen und den Glanz vergangener Zeiten zu spüren und um noch mehr über die Geschichte zu erfahren.

Nach dem Attentat in Sarajewo am 28.06.1914 bei dem der österreichisch-ungarischen Thronfolger Erzherzog Franz Ferdinand und seine Frau Sophie ermordet wurden, unterschrieb Kaiser Franz Josef in Bad Ischl die Kriegserklärung, die letztlich zum 1. Weltkrieg führte. Nun haben Sarajewo und Bad Ischl seit zwei Jahren eine Städtepartnerschaft. Manchmal benötigen Annäherung und Versöhnung Zeit. Von den vielen Künstlern war Franz Lehár mit Operetten wie „Die lustige Witwe“ einer der hervorragenden Meister, die in Bad Ischl gewirkt haben. Lehár’s musikalischer Esprit, das Gefühlschaos, umrahmt von seinen berührenden, einfallsreichen Kompositionen sind einzigartig. Das jährliche Lehár Festival Bad Ischl ist heute das größte Operetten-Festival Europas. Musikalisches Unterhaltungstheater auf höchstem Niveau, bei dem wir nur zu gerne dabei gewesen wären. Die Rückfahrt ins Hotel führt uns am Attersee entlang. Es finden sich im Echo jahrtausendealter Salzstollen malerische Glücksplätze, die uns die Zeit vergessen lassen. Landschaft, Licht auf dem Wasser, florale Farbenpracht inspirierten einst auch Gustav Klimt zu Landschaftsgemälden im Jugendstil.

Abends kehren wir müde, aber begeistert ins Hotel zurück zum gemeinsamen 3-Gänge-Menü – wieder eine Geschmacksexplosion aus saisonalen und regionalen Zutaten.

Tag 3: St. Wolfgang & Schafbergbahn – Wie eine Filmkulisse

Gut ausgeschlafen starten wir bei wolkenverhangenem Himmel nach dem Frühstück Richtung Wolfgangsee, der mit seinen tiefen Wassern und den unzähligen Bergen die Naturkulisse des Salzkammerguts prägt. St. Wolfgang ist unser Ziel, ein kleiner Ort am See, gelegen an den steilen Abhängen des markanten Schafberges. Alles wirkt so, wie man es sich vorstellt: historisch, idyllisch. Zusammen mit unserem örtlichen Reiseführer Frowin durchstöbern wir die romantischen Gassen und suchen den stattlichen Marktplatz auf, direkt neben der weltberühmten Wallfahrtskirche und dem traditionsreichen „Weißen Rössel“. Wir fühlen uns wie in einer Filmkulisse – kein Wunder – schließlich hat die Operette „Das weiße Rössel am Wolfgangsee“ mit ihren Gute-Laune-Melodien den See bekannt gemacht. Sie sind wahre Evergreens. Beinahe singen wir alle im Chor „Im weißen Rössel am Wolfgangsee, da steht das Glück vor der Tür …“ Da dürfen natürlich eine Melange und ein Apfelstrudel im Café direkt am Ufer nicht fehlen. Was soll’s, ein paar Regentropfen verderben uns nicht die gute Stimmung.

Jetzt wird’s nostalgisch: An der Talstation der Schafbergbahn bewundern wir eine über 130 Jahre alte Zahnrad-Dampflok, die bereits 1893 die Menschen auf den 1.783 Meter hohen Aussichtsberg brachte. Diese Dampflokomotiven, über Jahrzehnte liebevoll gewartet, brauchten für die Berg- und Talfahrt 500 Kilogramm Steinkohle und 3000 Liter Wasser – beachtliche Mengen und bestimmt ein echtes Erlebnis. Wir erleben die Bergfahrt zeitgemäß mit einer elektrischen Lok. Der herrliche Blick auf den Wolfgangsee betört uns. Oben angekommen stoßen wir mit einem erfrischenden Begrüßungsgetränk an. Und plötzlich stehen wir in einer Wolke! Bergwetter -wie Ladi Toth es nennt. Wann hat man schon die Chance, von einer Wolke eingehüllt zu werden? Also stellen Hannelore, Hilde und ich uns deswegen den erwarteten, atemberaubenden Panoramablick vom Böhmerwald im Norden bis weit in die Alpen im Süden vor. Glasklare Seen, zahllose Berge und ein Gefühl von Freiheit pur! Ich denke an die Leidenschaft eines lieben Freundes, der mir sagte: „Menschen, die die Berge lieben, spüren ein großes Glück und kehren mit Zufriedenheit ins Tal zurück“. Wie zutreffend! Im ältesten Berghotel Österreichs nutzen wir gerne die Gelegenheit für eine kleine Mittagseinkehr. 

Nach der Talfahrt erwartet uns eine weitere Besonderheit: Schiff ahoi! Eine gemütliche Schifffahrt über den Wolfgangsee nach St. Gilgen. Das türkisblaue Wasser, elegante Jugendstilvillen und die imposante Kulisse der Gipfel Zwölferhorn und Schafberg lassen die Seele baumeln. In St. Gilgen eingetroffen haben einige von uns Lust auf eine Kaffeepause. Sie wissen wohl schon, wie man in Österreich Kaffee bestellt. Ich überlege: „Nehme ich einen kleinen Schwarzen, einen großen Schwarzen, einen Franziskaner mit warmer Milch oder Schlagobers, eine Wiener Melange, einen Fiaker oder doch lieber einen Einspänner oder ……?“ Ich bin verwirrt. Vielleicht gehe ich stattdessen besser durch die malerischen Gassen im idyllischen Mozartdorf spazieren, das mit seinen nostalgischen Landhäusern, feudalen Villen und modernen Hotels besticht. Wenn ich Glück habe, höre ich die berühmte Wallfahrtskirche läuten. 

Essen und Genuss sind stets eng verbunden mit der Region. Das Salzkammergut überzeugt uns immer wieder mit Bodenständigkeit, Raffinesse und Frische. Unsere Hotelküche verbindet heute Abend wieder Tradition mit Kreativität, so dass jeder Teller eine kleine Geschichte erzählt. Nach dem gemeinsamen Abendessen sorgt ein Alleinunterhalter musikalisch für Fröhlichkeit. Wir stellen freudetrunken fest, dass man Tanzen nie verlernt. 

Tag 4: Burghausen an der Salzach und Abschied

Bei der Einfahrt nach Burghausen heute Morgen eröffnet sich ein unauslöschliches Motiv: Die weltlängste Burganlage mit einer Länge von 1051 Metern thront über der denkmalgeschützten Altstadt mit ihren farbenprächtigen Häusern. Adalbert Stifter sagte über die Altstadt: „Die Stadt aber sieht nicht anders aus, als wäre sie aus einem altdeutschen Gemälde herausgeschnitten und hierher gestellt worden.“ Auf der Burganlage empfangen uns in traditioneller Bekleidung von Burgbediensteten aus früheren Zeiten unsere beiden Fremdenführer. Wir bilden zwei Gruppen, erfahren Geschichten rund um die reichen niederbayrischen Herzöge und das Leben auf der Burg. Burggräben und die sechs Vorhöfe verhinderten immer die Einnahme der Burganlage durch feindliche Truppen. Selbst Napoleon hat keinen Versuch gewagt. Wir erfahren nebenbei auch, woher der Ausdruck „Alles in Butter“ rührt. Einfach mal einen VdK-Mitreisenden fragen. 

Das sonnige Wetter macht uns den Abschied schwer. Die Heimreise beginnt. Die Landschaft zieht gemächlich an uns vorbei. Der gemütliche Mittagsimbiss aus der Bus-Bordküche an einem schattigen Plätzchen wird von vielen Helferinnen und Helfern schnell bereitgestellt. So gestärkt, fahren wir weiter. Im Fahrzeug herrscht ausgelassene Lebensfreude, viele Gespräche über die schönen Erlebnisse der letzten Tage entstehen. Fröhlich und lautstark singen wir alle. Das Gemeinschaftsgefühl im VdK-Ortsverband Untergruppenbach ist deutlich spürbar. Die vier Tage waren geprägt von herzlicher Freundschaft, faszinierender Natur, reichhaltiger Kultur und köstlicher Kulinarik. Ungezählte Fotos dokumentieren unsere sorgfältig organisierte Tour. Tausend Dank an das Organisations-Team und alle Helferinnen und Helfer! Profis hätten es nicht besser gemacht. Erinnerungen an unvergleichliche Momente im Salzkammergut bleiben. Hier haben wir den wahren Luxus gefunden – Raum zum Durchatmen, Innehalten und zum Glücklichsein. Dies alles begleitet uns zurück nach Untergruppenbach.

Liebe Leserin, lieber Leser, danke, dass Sie gedanklich mit uns gereist sind. Vielleicht sehen wir uns ja beim nächsten Ausflug des VdK-Ortsverbands Untergruppenbach!

Herzliche Grüße

Gaby Sassie, Schriftführerin