Rede zum Volkstrauertag 2025
Rede zum Volkstrauertag 2025
Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Bürgerinnen und Bürger, liebe Mitglieder,
dieser Tag ist ein Tag der Stille, der Trauer und der tiefen Erinnerung. Wir stehen hier in Demut vor dem Leid der Menschen in der Welt.
Gemeinsam denken wir hier an die Opfer von Gewalt und Krieg, an Kinder, Frauen und Männer aller Völker der Erde. Wir denken an Familien, die auseinandergerissen wurden, an die jungen Menschen, die niemals zurückkehrten und an das unfassbare Leid, dass jeder Krieg bringt.
Wir gedenken hier der Menschen, die in den Weltkriegen starben, wir gedenken der Menschen, die verfolgt und getötet wurden, weil sie einem bestimmten Volk angehörten, einer bestimmten Religion oder deren Leben wegen einer Krankheit oder Behinderung als nicht lebenswert bezeichnet wurde.
Wir gedenken der Menschen, die sterben mussten, weil sie Widerstand leisteten gegen die Gewaltherrschaft, weil sie an ihren Werten und an ihrem Glauben festhielten. Wir gedenken der Menschen, die sich einsetzten für die Schwachen, die sich nicht gemein machten mit den Starken, die Nein sagten.
Wir stehen hier in ihrer Schuld.
Wir trauern um die Opfer der Kriege und Bürgerkriege unserer Zeit, um die Opfer von Massakern, von Terrorismus und politischer Verfolgung.
Wir trauern mit allen Trauernden und teilen ihren Schmerz.
Unsere Gedanken sind bei den 122 Millionen Menschen, die weltweit auf der Flucht sind. 41 Prozent von ihnen sind Kinder. Wir denken an Menschen mit Behinderung auf der Flucht.
Wir trauern mit Israel und ganz Nahost um die Toten und hoffen, dass es in Nahost nach unermesslichem Leid endlich Frieden geben kann.
Noch immer ist Krieg in der Ukraine, noch immer unermessliches Leid, Hunger, Kälte, Not, mitten in unserem Europa. Kinder, die ohne ihre Väter aufwachsen, Mütter, die ihre Söhne und Töchter vermissen, Jugendliche, die in den Krieg ziehen müssen.
Wir stehen hier und haben Angst vor einem Krieg. Angst davor, dass auch unsere Männer und Frauen, Kinder und Enkel, Brüder und Schwestern in den Krieg ziehen müssen. Niemals dachten wir, dass wir mitten in Europa, in Deutschland, wieder diese Angst haben müssen. Diese Angst macht uns sprachlos.
Wir als Sozialverband VdK, gegründet von den Kriegsversehrten, Witwen und Waisen – mitten in der Zeit der Zerrissenheit und Armut der Nachkriegsjahre – stehen seit 80 Jahren für Zusammenhalt und Solidarität, für den uneingeschränkten Schutz der Würde jedes einzelnen Menschen – egal welcher Nationalität, welchen Geschlechts, welcher Religion oder Hautfarbe, für Menschen mit Externer Link:Behinderung und ohne. Wir stehen für den demokratischen und sozialen Rechtstaat und für ein friedliches Europa.
Wir wissen, was Krieg bedeutet.
Und wir stehen hier zusammen, wir sehen die Kreuze vor uns, das Mahnmal der Toten: Wir haben einen Auftrag.
Wir werden uns weiter unermüdlich einsetzen für die Schwachen unter uns. Wir werden in unseren Gemeinden die Kranken besuchen, die Einsamen in unsere Mitte holen, den Verzweifelten unsere Hand reichen. Wir werden hinschauen, wenn Unrecht geschieht. Hass, Hetze und Diskriminierung werden wir entschieden entgegentreten, aufstehen und Nein sagen. Wir werden uns den Menschen zuwenden. Wir stehen zusammen in Solidarität.
Wir gedenken der Toten und verneigen uns vor Ihnen. Wir bleiben ihnen tief verbunden in unserer Verpflichtung für den Dienst am Nächsten, für Frieden, Freiheit, Gerechtigkeit und Solidarität.