Kategorie Ortsverband Sindelfingen

Gesundes Hören : Schwerhörigkeit am besten sofort behandeln

Studien zeigen: Es gibt einen klaren Zusammenhang zwischen unbehandelter Schwerhörigkeit und einem erhöhten Risiko für kognitive Einschränkungen und Demenzerkrankungen. Es ist also entscheidend schon bei beginnendem Hörverlust zu handeln, rät der Sozialverband VdK Baden-Württemberg. Das Problem ist: Hörverstehen findet im Gehirn statt – nicht im Ohr selbst. Und das Gehirn gewöhnt sich nach und nach an die verminderte Hörwahrnehmung. Deswegen reicht das Hörgerät allein nicht aus, um das Hörvermögen sofort wiederherzustellen. Je länger eine Schwerhörigkeit unbehandelt bleibt, desto stärker bauen sich die dafür zuständigen Verbindungen im Gehirn ab und desto schwieriger wird es, das frühere Sprachverstehen wiederzuerlangen.

Doch es gibt einige typische Anzeichen dafür, dass sich das Hörvermögen verändert hat: Plötzlich scheinen andere Menschen undeutlich zu sprechen oder zu nuscheln. Freunde und Familienmitglieder wiederholen Gesagtes immer häufiger. Besonders schwierig werden Gespräche in größeren Gruppen oder in lauter Umgebung. Hohe Töne werden bei einer altersbedingten Schwerhörigkeit häufig schlechter wahrgenommen. Deshalb fällt es vielen Betroffenen schwerer, Kinder oder Frauen mit höheren Stimmlagen zu verstehen. Das Tückische: Der Prozess verläuft schleichend. Man gewöhnt sich an das schlechtere Hören und bemerkt die Veränderung oft zu spät – beziehungsweise reagiert erst dann, wenn der Leidensdruck zu groß geworden ist. Außenstehenden fällt der Hörverlust meist früher auf. Wer sich hier wiedererkennt, sollte sein Gehör überprüfen lassen. Hörtests sind beim HNO-Arzt oder Hörakustiker möglich. Auch Online-Hörtests können eine erste Orientierung bieten, ersetzen jedoch keine fachärztliche Untersuchung.