Kategorie Ortsverband Filderstadt

„Bei Geld immer misstrauisch sein“

Ralf Brenner klärt über betrügerische Anrufe auf
Ralf Brenner klärt über betrügerische Anrufe auf © Norbert Leven

Anrufe bei älteren Menschen, hinter denen eine betrügerische Absicht steckt, sind gar nicht so selten. Besucherinnen und Besucher des VdK-Sommerfests am Samstag, 20. Juli 2024, schilderten aus eigener Erfahrung ihre Erlebnisse, als es im sehr ausführlichen Vortrag von Ralf Brenner um so genannte Enkeltricks und andere kriminelle Maschen ging. Brenner ist Sicherheitsberater für Senioren beim Kreisseniorenrat Esslingen – und bestens geeignet für diese Tätigkeit: Der ehemalige Polizeibeamte sensibilisierte sein Publikum, wachsam zu sein: „Die Gefahren lauern überall.“ Und: „Bei Geld sollten Sie immer misstrauisch sein“.

Die Ortsverbandsvorsitzende Ines Schmidt freute sich über die große Zahl an Gästen, die trotz der sommerlichen Hitze zum Sommerfest mit Kaffee, Kuchen und Hefezopf ins Hasenheim gekommen waren und begrüßte Ralf Brenner als Referenten. Brenner machte es gleich deutlich: „Es ist wichtig, die Maschen der Täter zu kennen. Wer sie nicht kennt, läuft Gefahr darauf hereinzufallen.“

Insbesondere ältere Menschen sind das Ziel der Verbrecher. Die Gefahren im Alltag sind vielfältig. Wo sie lauern? Meistens am Telefon, wo sich angebliche Enkel Geld erschleichen wollen. Wo sich angebliche Verwandte mit einer schockierenden Nachricht melden und Geld zum Beispiel für eine Kautionszahlung erschleichen wollen. Wo sich angebliche Polizeibeamte mit der Nachricht von einem Einbruch in der Nachbarschaft melden und „zur Sicherheit“ die Herausgabe von Geld, Schmuck oder sonstigen Wertgegenständen verlangen. Wo betrügerische Nachrichten auf dem Smartphone landen, wo angebliche Microsoft-Mitarbeiter Zugang zum Computer des Angerufenen verlangen.

Die angerichteten Schäden sind immens: Allein im Zuständigkeitsbereich des auch für Filderstadt zuständigen Polizeipräsidiums Reutlingen, summierten sich 2022 die bei derartigen Betrügereien erbeuteten Geldbeträge auf 3,8 Millionen Euro. „Im Schnitt sind es 35.000 Euro“, sagte Brenner, 1711 Fälle seien im vergangenen Jahr aktenkundig geworden. Wie hoch die Dunkelziffer sei, könne man nur vermuten. Diese Dunkelziffer gebe es, weil die Opfer aus Scham oder aus Angst davor, verhöhnt zu werden nicht zur Polizei gingen. „Despektierlich über Opfer zu sprechen, ist unangemessen“, sagt Brenner und macht deutlich: „Schuld sind die Täter, nicht die Opfer!“

Tipps zum Beherzigen

Die nachfolgenden Tipps zu beherzigen, hat Ralf Brenner den Teilnehmenden des VdK-Sommerfests dringend ans Herz gelegt:

  • Bewahren Sie einen kühlen Kopf. Legen Sie auf, um in Ruhe nachzudenken.
  • Wenn die Polizei anruft, ist niemals die Rufnummer 110 im Telefon-Display zu sehen.
  • Holen Sie sich Unterstützung von einer Vertrauensperson.
  • Suchen Sie die Nummer der angeblich anrufenden Institution heraus und fragen Sie nach, ob die geschilderte Situation stimmt.
  • Versuchen Sie, die Person, um die es geht, unter der Ihnen bekannten Nummer zu erreichen.
  • Sprechen Sie am Telefon nicht über Ihre persönlichen und finanziellen Verhältnisse. Geben Sie keine Zugangsdaten und keine PIN-Nummern preis.
  • Übergeben Sie niemals Geld oder Wertgegenstände an Ihnen unbekannte Personen.
  • Lassen Sie Ihre Adresse und Ihren Vornamen aus dem Telefonbuch löschen.
  • Melden Sie einen Vorfall unter 110 bei der Polizei und erstatten Sie Anzeige.